Leserbrief #4

Name:
Losigkeit

Wohnort:
Wohnungslosigkeit

Sehr geehrte Frau Bob,
da Sie sehr gebildet wirken und ich der Annahme bin, dass Sie den Duden bereits 2x gelesen haben (im Gegensatz zur Bibel), stelle ich Ihnen folgende Frage:
Warum gibt es soviele Wörter auf -losigkeit?

Lustlosigkeit, Arbeitslosigkeit, Wohnungslosigkeit, Geruchslosigkeit, Hirnlosigkeit, Willenlosigkeit, Käseschwarzbrotlosigkeit, Seidenkopfäffchenlosigkeit, Petunienlosigkeit.

Ich bin seit meiner überdurchschnittlichen Lesefähigkeit begeisterter Fan ausgefallener Wörter, die Negativität einiger Wörter darf jedoch nicht tot geschwiegen werden. Mein Deutschlehrer konnte mir meine Dudendepression nicht erklären, stattdessen musste ich „Der Zauberlehrling“ auswendig lernen und das dass mit zwei s.
Das verletzt mich. Was sagen Sie?

Achja. Und falls Sie Dr. Sommer persönlich kennen: schwanger durch’s Küssen geht ja wohl!

Grußlosigkeit


Frau BOBs Antwort:

Hallo liebe Losigkeit,

ich habe den Duden sogar mehrmals gelesen. Es ist in meiner Branche nämlich gang und gäbe, dass man das eigene Werk ausgiebig redigiert.
Des Weiteren gehe ich ebenfalls davon aus, dass die Bibel bislang kein einziges Mal den Duden gelesen hat.

Die konnotierte Negativität, also Positivitätslosigkeit, des Suffix‘ „-losigkeit“ basiert auf dem alten, krypto-baltischen Adelsgeschlecht der Loš Ïģ (sprich: Logsch’Idsch), welches im späten 17. Jahrhundert weite Teile Osteuropas und Nordasiens aus ästhetischen Gründen mied. Den Loš Ïģ wurde schon zu Lebzeiten das Fehlen der Austrittsöffnung ihres Darmkanals nachgesagt und aufgrund ihrer „verstopften“ Ansichten wurden sie im Laufe der Jahrhunderte zum Sinnbild für die allgemeine Leere in Herz und Hirn, aufgefüllt mit einem zünftigen Haufen Scheiße.

Im Jahre 1880 musste Alois Gaylord Loš Ïģ, ein besonders engstirniger und miesepetriger Geselle, nach Österreich fliehen. Grund hierfür waren diversi Streitigkeiten mit lokalen Postbeamten und Pferdemetzgern. In Österreich heiratete er Klara Pölzl, eine stadtbekannte Säuferin, und änderte seinen Nachnamen, in Anlehnung an Fürchtegott Rittler, einem zu dieser Zeit beliebten Schlagersänger und bekennenden Sodomiten, in „Hitler“.
Neun Jahre später kam ihr Sohn zu Welt, welcher jedoch noch während der Geburt verstarb. Stattdessen zogen Alois und Klara die Nachgeburt groß, welche ihr Leben lang unter reichlich bescheuerten Wahnvorstellungen litt und mit begrenztem Bartwuchs gesegnet war.

Der weitere Lebenslauf der Familie wurde von einem ehemaligen Doggendompteur namens Guido Knopp leider nur unzureichend und oberflächlich dokumentiert.
Was blieb waren der negative Einfluss auf die deutsche Sprache und das „dass“ mit SS.

Dr. Sommer und ich haben lange Zeit wegen illegalen Handels mit Vokalen gemeinsam in U-Haft gesessen.
Selbstverständlich geht schwanger durchs Küssen. Die Mund-zu-Mund-Besamung gelingt zwar nur selten, gilt aber weithin als ernstzunehmende Alternative zu den Mühen des befruchtenden Geschlechtsverkehrs.

Mit freundlichen Grüßen
Frau BOB

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Eine Antwort zu “Leserbrief #4

  1. Pingback: Des Führers Rehe | BOB·

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