Knick dich ins Fie!

Niemand regt sich im Internet auf. Keiner kotzt sich aus. Wutentbrannte Hassreden sind dem Netz fremd. Dafür wird gerantet, was das Zeug hält. Selbst Hitlers Bestseller MEIN KAMPF trüge heutzutage den Titel MEIN RANT.
Der nachfolgende Text ließe sich ebenfalls in die Kategorie „Rant“ einordnen, weswegen ich der nachfolgenden Suada eine kleine Definition des englischen Begriffs voranstelle:

(to) rant [rænt]
– schimpfen
– lärmen
– Tiraden loslassen
– eine Schimpfkanonade loslassen
– schwadronieren, Phrasen dreschen

Nachdem dies geklärt ist, kann ich nun zum eigentlichen Thema kommen:
K(l)eine Penisse in Autoform

Ich habe einen ziemlich kleinen Penis. Dieser Fakt ist weder ein Geheimnis noch eine Neuigkeit, sondern sollte meines Erachtens mittlerweile zum profunden Allgemeinwissen des Bildungsbürgertums gehören. Solltet ihr euch diesbezüglich bislang unsicher gewesen sein, so könnt ihr diese durchaus beschämende Wissenslücke mit diesem Lied ein für alle Mal schließen. Die Größe des eigenen Gliedes scheint allerdings zumeist eine eher untergeordnete Rolle zu spielen, da es im Grunde genommen immer jemanden gibt, der eine noch viel kleinere Portion Fleischwurst abbekommen hat.

Ich wohne in einer relativ durchschnittlichen Gegend nahe des Industriegebiets. Wenig Prunk und mit geringer Villendichte.
Es ist der 01. März 2016 und das trostlose Wetter lässt unsere schmucklose Siedlung in gedämpftem Grau erstrahlen. Die witterungsbedingte Abwesenheit von Farben lässt den vor unserem Haus geparkten gelben Hummer (sprich: ´hame) noch ’ne ganze Ecke mehr wie das achtlos hingeschissene Platikinnere eines Überraschungseis aussehen.

image

Zwei Tonnen Stahl kompensieren zwei Zentimeter Penis.

Es gibt Dinge, die optisch einfach nicht zueinanderpassen. Pizza und Brokkoli zum Beispiel. Oder Hackfleischauflauf und Brokkoli. Erdbeereis und Brokk … Nun gut, lassen wir das mit dem Brokkoli. Weitere Beispiele sind Neonfarben und Kleidungsstücke, Blut im Urin oder halt ein quietschgelber Hummer mit den groben Abmessungen eines durchschnittlichen Fußballfeldes in einer relativ engen Wohnsiedlung an einem regengrauen Tag.
Des Weiteren gibt es ebenso Dinge, welche schlichtweg physisch in keinster Weise kompatibel erscheinen: Ein Pottwal in einem Planschbecken, Melonenbowle mit ganzen Früchten oder aber – Überraschung! – ein über zwei Tonnen schwerer Geländewagen im ganz normalen Straßenverkehr!

Der Hummer ist aus meiner Sicht in der illustren Riege völligst übertriebener Komplexverdränger ein besonders aberwitziges Exemplar der zur Schau gestellten Prestigesucht. Überflüssig wie ’ne zweite Nase am Arsch und in deutschen Innenstädten gewiss wendig und agil wie das verdammte Matterhorn.
Warum? WARUM? W-A-R-U-M!?

Der Hummer basiert bekanntermaßen auf einem us-amerikanischen Militärfahrzeug, aber es war nicht G.I. Joe, der da vor meinem Haus in seinen gelben Halbpanzer mit Straßenzulassung stieg, sondern ein eher hageres Männchen mit sonnenbankgebräunter und -zerknitterter Lederhandtaschenhaut. Er und sein Weibchen waren entweder bereits über 50 oder aber Zwanzigjährige mit Dauerkarten im Sonnenstudio.
Warum? WARUM? W-A-R-U-M!?

Es mag zwischen den Zeilen angeklungen sein, ich finde u. a. Sport Utility Vehicles, also überproportionierte Geländewagen in Städten ohne Gelände, echt affig und es fehlen mir ein wenig die Worte um es angemessen zu artikulieren.
Musik!

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