Der heilige Sankt Zwischenruf

Der Abschluss meiner Pelmke-Trilogie war, wie bereits an anderer Stelle geschrieben, von eher angenehmer Natur. Es sollte allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass an jenem Abend ein leichter Hauch von Chaos und Anarchie durchs morsche Gemäuer wehte. Dazu gleich mehr.

Ich konnte bislang eine noch sehr überschaubare Menge an Fotos abgreifen, welche ich dennoch gerne mit euch teilen möchte.

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Auftrittsbeginn. Noch bin ich allein auf der Bühne.

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Im Sitzen habe ich Ähnlichkeit mit einer Qualle.

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v.r.n.l.: Nina, Hugo, der mich knutschende Keith und eine sitzende Qualle

So weit, so unspektakulär.
Doch dann kam er.

Ich kenne seinen Namen nicht, aber er scheint fast so etwas wie ein Heiliger, der Schutzpatron der Störer und Dazwischenrufer zu sein. Der nordrhein-westfälische Gott sozialer Grenzüberschreitung.

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Er hatte annähernd soviel Redezeit wie ich.

Auf dem Foto kann man in seinen Händen das zweite Bier erkennen, welches er mir erfolglos anbot. Es war für ihn eine sichtlich herbe Enttäuschung. Das Ausschlagen eines Gratisbieres schien in keiner für ihn vorstellbaren Realität eine einigermaßen sinnvolle Option darzustellen. Seine Fußballwollmütze war ebenfalls milde entsetzt.

Ich spielte das Lied LANG NICH MEHR GESEHN. Da er ohnehin gefühlt knapp 60 % des Auftrittes auf statt vor der Bühne verbrachte, trat er ganz dicht an mich heran und raunte mir „Hast du grad über mich gesungen? Hast du grad über meinen kleinen Penis gesungen?“ zu. Für einen Augenblick erwartete ich, dass er mir nun schlichtweg eine langt, denn immerhin stand da ein mir fremder und offensichtlich angetrunkener Mann in 20 Zentimeter Abstand zu meinem Gesicht.
Ich verneinte seine Frage und zu meiner Verwunderung sagte er „Gut, meiner ist nämlich viel kleiner. Ich hab den allerkleinsten.“ zu mir. Ein unfassbarer Typ.

Einige Zeit später erzählte er mir, dass ihm mein Auftritt gefallen hätte und ich „ein Guter“ wär. Ich würde mir keine Vorstellung davon machen auf wie vielen Konzerten und Veranstaltungen er bereits gestört hätte. Es klang fast so, als würde er von seinem Hobby berichten.
Er wäre im Grunde genommen ein Punk (was ich ihm irgendwie abkaufe) und würde jetzt bald zum x-ten Mal die UK Subs stören gehen.
Nun gut, jeder braucht ’ne Freizeitbeschäftigung.

Man müsste eigentlich weitaus ausführlicher und besser über ihn schreiben, aber leider habe ich derzeit keine Lust dazu.

Zum guten Schluss gibt es einen kurzen Ausschnitt mit eher progressiver Kameraführung als kleine Erinnerung an einen ziemlich subversiven Auftritt. Weitere Fotos folgen in Kürze.

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2 Antworten zu “Der heilige Sankt Zwischenruf

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