Deppenalltag

Ich bin ’ne ziemlich witzige Type. Zumindest manchmal. Gelegentlich. Ab und an.
Also ich neige mitunter schon zum Schmunzeln, wenn sich die passende Gelegenheit dazu bietet und habe sogar zuweilen selbst einen gewissen Herrn Schalk (es könnte sich hierbei womöglich um einen Bekannten des Herrn Murphy, welcher wiederum allem Anschein nach in der Juristerei tätig ist, handeln) im Nacken sitzen. Von Zeit zu Zeit und in vernünftigen Abständen.

Wie dem auch sei, auf jeden Fall hatte ich mir vor einiger Zeit in einem Anfall extremer Lustigkeit ein kleines schwarzes Gerät für 99 Cent gekauft, welches auf Knopfdruck diversi, tendenziell eher alberne und abgedroschene, Klänge wiedergibt. Im Repertoire befinden sich u. a. solche Klassiker wie ein Tusch, ein Schrotgewehrschuss, Gelächter und Applaus. Es sollte bzw. soll bei Auftritten zum Einsatz kommen, um meiner stets auf die Widerspiegelung der gegenwärtigen Wirklichkeit bedachten Darbietung das letzte Quäntchen technischen Aktualitätsbezuges hinzuzufügen.
Hat am 10. September zwar nur mäßig funktioniert, aber das ist ein anderes Thema.

Jedenfalls befand sich ebenjenes Meisterwerk der deutschen Ingenieurs- und chinesischen Produktionskunst seit dem letzten Auftritt ohne mein Wissen in der vordersten Tasche meines Rucksacks.
Letzten Dienstag hatte ich den Rucksack mit zum Einkaufen genommen, da es mir ein duftes Gefühl des inneren Gleichklangs verschafft, wenn ich vergessliches Idiotenkind nicht schon wieder Geld für so ’ne popelige Plastiktüte bezahlen muss. An der Kasse musste ich dann ganz schön stopfen, damit auch wirklich der gesamte Einkauf im Rucksack Platz findet, als ein hinlänglich bekanntes Geräusch die hektische Stille durchbrach …

Es ließ mich zugegebenermaßen schon ein bisschen sprachlos zurück, als mein eigener Rucksack der ahnungslosen Kassiererin saftig ins Gesicht furzte. Ich glaube ihr ging es ähnlich. So richtig sicher bin ich mir da allerdings nicht, da mein Gehirn in diesem Moment auf der verzweifelten Suche nach einer der Situation angemessenen Reaktion war und für Empathie gerade keinen Kopf hatte. Es dauerte sowieso erst einmal gute drei Sekunden bis ich überhaupt verstand was und wie es passiert war.
Schließlich nuschelte ich nur wenig überzeugend etwas von einem Soundmodul in meinem Rucksack, welches einen Euro gekostet hätte, was selbst in meinen Ohren unglaubwürdig klang. Ihr ungläubiger Blick schimpfte mich Lügner. Im besten Fall hielt sie mich für eine vulgäre, dumpf vor sich hin gasende Drecksau und schlimmstenfalls für einen paranoid plappernden Psychopathen. Ich mache ihr da keinen Vorwurf, denn irgendwie stimmt ja beides.
Hektisch drückte ich den restlichen Einkauf in den Rucksack und warf ihn mir auf den Rücken. Dies hatte wiederum das Erklingen eines durchaus herzhaften Rülpsers zur Folge.

Die Situation entglitt mir. Wie benebelt betrachtete ich mein nervöses, leicht schwitzendes Handeln von aussen. Ich versuchte die Kassiererin und die pikierte Dame mittleren Alters hinter mir in der Schlange zu ignorieren. Das Ganze erschien mir derart absurd, dass ich mir mein Lachen nur schwer verkneifen konnte. Ich bezahlte und ging von dannen. Mein Rucksack untermalte jeden zweiten Schritt mit einem weiteren Rülpser. Welch grandioser Abgang, einem Cowboy gleich.

Na wenigstens trug ich währenddessen die ganz Zeit über eine Hose.
Dem kleinen schwarzen Kästchen habe ich inzwischen den wenig originellen Namen SACKGE LUSTIKUS gegeben. Die Hochtechnologie unserer Zeit verbessert das Leben allenthalben.

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