Mummenschanz

Ich las die Tage einen eher durchschnittlichen Artikel über die zehn beliebtesten Lügen im Lebenslauf und dachte mir bereits während des Lesens, dass mich ein Überblick über die gängigsten Unwahrheiten in Stellenangeboten weitaus mehr interessieren würde. Kurioserweise fand ich zu diesem Thema auf die Schnelle nur einen lausigen Artikel. Stattdessen bot mir Google, entgegen meiner Suchanfrage/-begriffe, massenhaft Beiträge über im Lebenslauf und beim Bewerbungsgespräch lügende Arbeitnehmer an.

Nun besteht für mich kein Grund mir daraus eine neo-esoterisch angehauchte Verschwörungstheorie, in welche ich neben Politik und Wirtschaft auch die Maulwurfsmenschen vom Mars einflechten könnte, zu klöppeln. Nichtsdestotrotz beschleicht mich zuweilen das Gefühl ein nicht unerheblicher Teil der Arbeitgeber hätte vergessen, dass es sich bei Arbeitsverhältnissen um eine beidseitige Abhängigkeit handeln könnte.

Wie dem auch sei, es folgen die aus meiner Sicht drei beliebtesten Halb- bis Unwahrheiten aus Stellenangeboten:

1. ein zukunftsorientiertes, wachsendes und modernes Unternehmen
Oftmals auch noch mit dem Zusatz „international agierend“.
Selbst die allerletzte runtergerockte Schangelbude mit viereinhalb Mitarbeitern pumpt sein Ego nur allzu gerne mit diesen Attributen auf, denn momentan ist der Laden zwar noch ein bescheidener Kleinbetrieb, aber schon bald wird er bestimmt exorbitant expandieren und ein Big Player im internationalen Business werden. Und DU darfst eventuell dabei sein!
Der Begriff „international“ wirkt auf mich in Stellenangeboten im Übrigen ähnlich befremdlich wie es „wir benutzen Computer mit Internet“ täte.

2. individuelle Arbeitszeitlösungen möglich
Auch bekannt als „flexible Arbeitszeiten“.
Dieses Angebot ist für Mütter, Väter, Alleinerziehende und Menschen mit jeglichen körperlichen und/oder seelischen Gebrechen leider nicht erhältlich.

3. umfangreiches Einarbeitungsprogramm
Zumindest sofern sie kaltes Wasser und unseren Azubi mögen.

Dieses ganze Brimborium rund um Stellenanzeigen, Bewerbungen, Lebensläufe und Vorstellungsgespräche erinnert mich immer wieder so ein bisschen an eine mäßig talentierte Laienspielgruppe.

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